Welche Informationen sollen auf das Buchcover?
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Das perfekte Buchcover

Wonach entscheiden wir eigentlich, welches Buch wir im Laden in die Hand nehmen oder per Klick auswählen? Was gibt den Ausschlag dafür, dass irgendentwas überhaupt unser Interesse weckt? Wie kommt es, dass wir uns für das eine entscheiden und das andere nicht einmal in Erwägung ziehen?

Alle diese Fragen treiben mich gerade um. Aktuell befinden sich meine beiden Buchprojekte in der Phase „fast fertig“. Das bedeutet, dass allerlei Dinge in das Autorenleben treten, die mit dem Schreiben so gar nichts mehr zu tun haben – zumindest wenn all das in Eigenregie erfolgt, also im Selfpublishing:

Wo soll veröffentlicht werden? Wie hoch soll die Auflage sein? Welches Format soll es werden? Und natürlich: Wie soll das Cover aussehen?

Kein Verkauf ohne Bild

Meine beiden Bücher könnten unterschiedlicher kaum sein. Das eine ist ein Kreativ-Buch mit Anleitungen zum Tagebuchschreiben und -gestalten (Tagebuchrezepte), ist also eher im Bereich Sachbuch, DIY (Do It Yourself), anzusiedeln. Das andere ist ein Roman, der die Geschichte einer Frau (Marta) anhand ihrer Begegnungen mit anderen Menschen in Episoden erzählt und damit die Frage nach den Zufälligkeiten im Leben stellt.

Was beide Bücher verbindet, ist die die Tatsache, dass sie einen Umschlag benötigen und damit ein Umschlagdesign. Irgendwie muss es schließlich aussehen, das Buch, sogar als E-Book, als das der Roman auch erscheinen soll. Ohne Bild verkauft sich kein Buch, zumindest nicht abseits von wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Wie komme ich zum Bild?

Vor jeder Veröffentlichung stellt sich die Frage nach dem besten Coverbild.
Welches Cover?

Was für Kriterien sind anzulegen, nach denen ein Umschlag zu gestalten ist? Was hilft dir auf dem Weg zum Coverdesign?

Hier ein paar Punkte, die du auf jeden Fall in deine Coverplanung einbeziehen solltest:

  • Was für ein Buch ist es?
    Roman? Sachbuch? Kinderbuch? Ratgeber? Thriller?
    Mit einer Klassifizierung legst du auf jeden Fall schon mal einen gewissen Stil fest. Und auch wenn du es vielleicht nicht gerne magst: Vor allem die Verkäufe über das Internet benötigen eine Einordnung.
  • Worum geht es in deinem Buch?
    Bringe den Inhalt auf den Punkt. Nicht schlecht ist es, wenn der Covertext schon steht. Das kann ein guter Anhaltspunkt sein. Auch der Titel ist natürlich ein guter Hinweis.
  • Symbolbilder und klare Bildaussagen
    Welches Bild steht symbolhaft für eine Kernaussage deines Buches? Womit erzählst du etwas von der Geschichte, gibst die Stimmung wieder oder machst Lust darauf, das Buch aufzublättern? Ein treffendes Motiv, das all das vereint, ist viel wert.
    Aber überfrachte dein Cover nicht mit zu vielen Informationen. Es kann helfen, dich auf ein Schlagwort, das dein Buch beschreibt, zu beschränken und hierfür ein treffendes Bild oder Symbol zu finden. Bei unserem Roman war dieser Begriff „Begegnungen“. Am  Ende standen drei Vorschläge dazu im Raum, die unsere Grafikerin für uns als Entwürfe umgesetzt hat. Nun sind wir in der komfortablen (oder auch schwierigen 😉 ) Lage, aus drei professionellen Covern wählen zu können, die alle durchaus ihre Vorzüge haben.
  • Wie sieht die Zielgruppe aus?
    Beim Schreiben mag man sich ja noch vorstellen, ein universelles, für jeden interessantes Buch zu verfassen. Oder man kümmert sich einfach nicht darum, wer es einmal lesen wird. Nun aber geht es in die Verkaufsplanung und da ist es durchaus relevant, wer das Buch kaufen wird. Analysiere also deine Zielgruppe. In unseren Tagebuch-Anleitungen sprechen wir zunächst einmal Tagebuchschreiber an. Dann aber auch Menschen, die grundsätzlich gerne kreativ schreiben. Darüber hinaus richtet sich unser Buch an die große Gruppe all derer, die gerne kreativ werden, die mit Papier oder anderen Materialien gestalten wollen, Interesse am Binden eigener Bücher haben und auch noch ein bisschen etwas über schöne Schrift erfahren wollen. Ist das einmal eingegrenzt, sollte man gut überlegen, wovon die Zielgruppe sich angesprochen fühlen wird. Dabei hilft es, sich am Markt umzusehen. Deshalb:
  • Beobachte den Markt
    Mit dem Eintritt in die reale Welt muss dein Buch sich gegen viele andere behaupten. Da ist es gut zu wissen, was denn sonst noch so da passiert. Für unser Tagebuch haben wir also einfach mal geschaut, welche ähnlichen Veröffentlichungen am Markt sind und wie sie aussehen. In der Regel kann man ziemlich schnell sagen, was einem selbst gefällt und was nicht. Auf jeden Fall bekommst du ein Gespür dafür, was gerade so angesagt ist.
  • Kreativ aufgreifen, nicht kopieren
    Natürlich ist Kopieren nicht das Mittel der Wahl. Fällst du allerdinges mit deinem Buchdesign komplett aus dem aktuellen Stil heraus, kann es auch schwierig werden – nur in den seltensten Fällen entsteht daraus ein neuer Trend. Leser könnten es eher als „nicht zeitgemäß“ wahrnehmen. Schau dir stattdessen typische Gestaltungselemente an und überlege, welche du für deine Zwecke umwandeln kannst. Noch besser: Sag deiner Grafikerin, was dir gefällt und was nicht. Sie wird die Elemente individuell umsetzen können.
  • Arbeite mit Profis
    Die Wirkung von Bildern – und damit auch von Buchcovern – ist nur auf den ersten Blick eine reine Geschmacksfrage. Wie wir etwas wahrnehmen, was wir für ansprechend und wertig halten – und vor allem, warum das so ist, können wir bewusst oft gar nicht steuern. Da ist es gut, wenn sich jemand mit den Wirkmechanismen auskennt und die Hebel bedienen kann, um die von dir beabsichtigte  Aussageabsicht umzusetzen.

Auf dem Weg zum fertigen Buch bist du nun schon ein ganzes Stück weiter. Bleibt allerdings noch die Frage nach dem perfekten Titel. Aber die beantworte ich ein anderes Mal.
Viele weiterführende Tipps zum Thema Veröffentlichen findest du übrigens in der Self-Publisher-Bibel.

 

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Experiment Gruppenroman

Es ist etwa drei Jahre her, dass Marta auf die Welt kam, drei Jahre, dass sie mein Leben begleitet und das von Annette, Friedhelm, Ines und Mandy. Wir haben Marta gehegt und gepflegt, waren uns manchmal nicht ganz einig, wie es mit ihr weitergehen soll, haben uns aber immer wieder zusammengerauft für unser Baby. Und nun ist  Marta kurz davor, flügge zu werden, reif für die Welt.

Marta ist natürlich nicht drei Jahre alt, sondern ist in diesem Jahr 53 geworden, am 2. Mai. – Also wäre sie, wenn sie nicht fiktiv wäre und ihre Existenz allein unserer Phantasie verdankte und unserem Romanexperiment.

Begonnen hat es mit einem Namen auf einer Tafel: Marta. Dann ein Geburtstag, ein Nachname, eine Familie, der Beruf und natürlich, fein säuberlich auf einer Timeline festgehalten: ihre Begegnungen. Marta ist in ihrem Leben vielen Menschen begegnet. Die erzählen ihre Geschichte. So die anfängliche Theorie, die sich mittlerweile zur Realität mit einer erklecklichen Anzahl Seiten gemausert hat.  Meine Anfangshypothese, das es möglich ist, mit Schreiblaien einen ganzen Roman hinzukriegen kann als bestätigt gelten: Der Roman ist so gut wie fertig. Quod erat demonstrandum.

Erst lesen, dann schreiben 🙂

Wie verbindet man aber so unterschiedliche und dazu noch unerfahrene Autoren zu einem Ganzen? Das Geheimnis ist die Form. Der Roman war von Anfang an als Episodenroman geplant. Das Vorbild: Eva Menasse mit ihrem Roman „Quasikristalle“ (Kiepenheuer und Witsch), in dem die Protagonistin Xane zwar der rote Faden durch das Buch, aber eigentlich immer nur Teil der Geschichte eines ganz anderen Menschen ist. Dadurch ändert sich permanent die Perspektive auf sie, das Bild, das dabei gezeichnet wird, zeigt nur einzelne Facetten, aber dennoch begleiten wir Xane so durch Stationen ihres Lebens.

Ebenso sind wir auch mit Marta verfahren. Es gab am Anfang eine grobe Vorstellung davon, wie ihr Leben als Protagonistin durch unser Buch verlaufen könnte. An diese Biografie haben die einzelnen Autoren ihre Episoden angedockt. Dort entwickeln sich Geschichten von Menschen, denen Marta auf die ein oder andere Weise begegnet und die so einzelne Schlaglichter auf Martas Leben werfen.

Es hat ungeheuer viel Spaß gemacht, die Geschichten zu entwickeln. Es war manchmal ungeheuer mühsam, wenn wir um Worte gerungen haben. Und es war beglückend, wenn eine Episode stand und alle wussten: So muss es!

Das große Ganze im Blick

Ich bewundere zudem die Kritikfähigkeit meiner Mitstreiter, schätze ihr Vertrauen in mich als Lektorin und Schreibcoach und bin dankbar für ihre Bereitschaft, meinen Kommentaren und Einwänden zuzuhören und meine Vorschläge anzunehmen. Überhaupt: im Laufe der Zeit hat sich ein ziemlich kompetentes Team herausgebildet, in dem alle gelernt haben, genau hinzuhören, die Textteile miteinander abzugleichen und sowohl das große Ganze als auch die Dramaturgie des einzelnen Kapitels im Auge zu haben.

Wir sind noch nicht ganz am Ende. Lektorat und Schlussredaktion fehlen noch. Ein Cover von Grafikdesignerin Jasna Wittmann ist gerade im Entstehen. Und dann kommt natürlich die Frage: Wo im großen Selfpublishing-Universum fühlen wir uns wohl für einen Start in die Welt des gedruckten Buches? Das muss noch entschieden werden. Aber eins ist klar: Wir wünschen Marta, unserem Romanexperiment, nur das Beste auf ihrem Weg und drücken die Daumen für viele Leser, die sich unterhalten fühlen, eintauchen in Martas Welt und am Ende seufzen, weil es schade ist, dass das Buch schon zu Ende ist.

 

 

 

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Schreibentreiben trainieren

Mindestens einmal im Jahr wechsle ich die Seiten und lasse mir selbst sagen, wie es besser geht, das Schreiben. Am liebsten fahre ich dazu in die Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Jetzt war es wieder einmal soweit: Für drei Tage habe ich an einer Schreibwerkstatt zum journalistischen Schreiben über das Reisen unter der Leitung von ba-Programmleiter Olaf Kutzmutz und Journalist Klaus Viedebantt teilgenommen.

Manchmal werde ich tatsächlich gefragt, warum ich noch zu Schreibfortbildungen gehe, ich könne doch schon gut schreiben und immerhin verdiene ich mein Geld ja mit Schreibkursen und Lektorat, ich sollte also fit sein. – Ich kann dem nur entgegenhalten: Man ist nie gut genug. Es gibt immer etwas, das noch verbessert werden kann. Das gilt ja nicht nur für das Schreiben. Dazulernen ist immer möglich und ich meine sogar: ausdrücklich erwünscht.

Aber warum eine Werkstatt für Reisejournalismus?

Was sich speziell anhört, ist genau das Richtige für mich: An einem konkreten Thema neue Aspekte des Schreibens kennenlernen und ausprobieren. Ich schreibe viel auf Reisen und lektoriere journalistische Texte. Naheliegend genug?

Arbeit am Stil ist unabhängig vom Schreibgenre und lässt sich mühelos übertragen. Die journalistische Herangehensweise über kleine Textformate und die Fokussiertheit auf eine konkrete Aussageabsicht schärft den Blick. Sprachstanzen, Phrasen und nichtssagende Adjektive braucht kein Text, während Anschaulichkeit und klare Struktur ihn verbessern. Nominalstil vermeiden. Starke Verben verwenden. Und dabei Orte und Stimmungen sprachlich treffend umsetzen. – Ganz ehrlich: All das könnte auch in der Vorankündigung für eine Romanwerkstatt stehen.

Neben dem fachlichen Input und dem Schreibtraining ist auf einer Fortbildung die Begegnung mit Kollegen aber fast ebenso wichtig. Wer meist alleine im stillen Kämmerlein arbeitet, schreibt und lektoriert, braucht auch mal Anregung von außen und das Gespräch mit Gleichgesinnten. Es ist einfach belebend für meine Arbeit, mich bei einer Tasse Kaffee auf dem Flur mit den Kollegen über Erfahrungen mit dem Branchenverband, Fachforen und Agenturen auszutauschen oder Tipps zu bekommen zu Urheberrecht, Honorargestaltung oder die Kontaktaufnahme mit Redaktionen und Verlagen.

Nach drei Tagen Wolfenbüttel fahre ich müde aber beflügelt nach Hause. Werde ich jetzt Reisejournalistin? Wahrscheinlich nicht. Aber ganz abgesehen davon, dass es einfach  richtig Spaß gemacht hat, habe ich meine eigene sprachliche Ausdrucksfähigkeit mal wieder auf den Prüfstand gestellt. Der journalistische Anspruch an die Texte hat mir gut getan. Ohne Selbstüberschätzung möchte ich sagen, dass am Ende  durchaus zufriedenstellende Reiseminiaturen herausgekommen sind, von denen die eine oder andere hier nachzulesen sein wird.

 

 

 

 

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Auszeiten nutzen

Als Freiberufler muss man  lernen, Pausenzeiten ernst zu nehmen. Viele von uns – bestimmt nicht nur im kreativen Umfeld – sind mit großer Begeisterung und voller Herzblut bei der Arbeit. Da kommen Pausen schon mal zu kurz. Schnell noch das Kapitel zu Ende schreiben, den Artikel eben noch lektorieren. Ach was, das Brot kann man doch auch nebenbei essen. Und Kaffee oder Tee geht sowieso immer.

Klar, manchmal sind Deadlines einzuhalten oder der Auftraggeber hätte gerne Montag früh die Korrektur des Zwanzigseiters, den er Freitagmittag abgegeben hat. Natürlich, meine Arbeit macht mir Spaß, da mache ich das doch gerne. Oder? Wie lange geht sowas gut?

Irgendwann merkt man, dass es nicht mehr geht. Der Kopf verstopft, der Körper rebelliert und langsam, ganz langsam macht die Arbeit vielleicht doch gar nicht mehr so viel Spaß.

Da heißt es gegenzuarbeiten. In meinem Artikel über den Schweinehund habe ich ja schon über die dringend notwendige Arbeitsorganisation geschrieben, um effektiv zu bleiben und sich nicht zu zerfasern bei der Arbeit, damit ich auch das schaffe, was getan werden will oder muss.

Aber zu einem gesunden Arbeiten gehört noch mehr: Sich Auszeiten gönnen. Die kann und sollte man mit einplanen in den Alltag. Jeder kennt doch die Dinge, die einen sofort wieder auf Null setzen. Bei mir ist es Wasser, egal ob Fluss, See oder Meer, am besten in seiner möglichst natürlichen Umgebung. Direkt vor meiner Tür liegen die niedersächsischen Elbtalauen. Ein Spaziergang durch die Wiesen am Elbufer dort ist ein Mini-Urlaub und Balsam für Geist und Seele.

Doch man muss auch lernen, Gelegenheiten zu ergreifen. Ein absoluter Glücksfall ist für mich ein Zweitagestrip nach Sylt nächste Woche.  Der ist mir quasi in den Schoß gefallen, da meine Tochter dort ein Vorstellungsgespräch hat. Sie hätte auch allein mit dem Zug fahren können, aber eine solche Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen: Ein Spaziergang am Strand, die auflaufenden Wellen beobachten, Ebbe und Flut spüren und die frische Seeluft einatmen, das ist auch für einige Stunden Urlaub.

Und wenn ich das dann noch mit mir lieben Menschen gemeinsam genießen darf, dann ist das Glück pur. Das entschädigt nicht nur für durchgearbeitete Wochenenden und Abende, sondern ist echte Erholung. Und das Beste: ich bin sicher, dass ich ganz ohne mich anstrengen zu müssen neue Ideen bekomme und mit Sicherheit erfüllt und mit neuem Elan wieder nach Hause reisen werde. – Na ja, bis auf die Wehmut, die ich immer verspüre, wenn ich das Wasser wieder verlassen muss.

 

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Facebook, Instagram & Co.

Privat bin ich schon seit einiger Zeit auf den sozialen Netzwerken unterwegs. Es ist einfach fantastisch, sich der weit verstreuten Familie damit ein bisschen näher zu fühlen, unkompliziert Bilder teilen zu können und ohne stundenlange Telefonate mal eben ein paar Worte auszutauschen. Auch mit Freunden mal schnell ein Treffen absprechen oder eine kurze Statusmeldung abgeben, wenn man doch nicht pünktlich losgekommen ist – alles wunderbar!

Einen Blog zu konzipieren und auf Facebook und Instagram zu verbreiten ist dagegen schon eine andere Sache. Wie lege ich die richtige Facebookseite an, die nicht meine private ist? Wie verbinde ich alles miteinander? Erscheint auch nichts öffentlich, was da nicht stehen soll?

So habe ich vorhin z.B. festgestellt, dass eine Seite im Menü hier im Blog überhaupt noch nicht gefüllt war und nur einen voreingestellten Text gezeigt hat. Na ja, passiert, habe ich gedacht und schnell ein bisschen Text reingetippt – jetzt ist es wenigstens schon mal persönlich.

Natürlich dauert es, bis alles klappt. Aber vieles verstehe ich einfach nicht auf den ersten Blick. Was wollen die von mir und was meinen sie mit diesem oder jenem Begriff? Da hilft nur Geduld, die mir leider manchmal abhanden kommt. Zwischendurch frage ich mich dann schon, ob ich nicht doch besser beim guten alten Tagebuch hätte bleiben sollen.

Aber nein! Es macht ja auch Spaß und ich bin sicher: über die Anfangsprobleme werde ich bald lachen. Bestimmt dauert es nicht mehr lange und Ihr kommt von hier auch auf meine Facebookseite und zu Instagram. Gut Ding braucht eben Weile.

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Der berühmte Schweinehund…

… und wie man ihn bändigt

Wer kennt ihn nicht, diesen Motivationskiller, Tatenverhinderer, Aufschieber? Genau: den inneren Schweinehund. Beim Schreibentreiben ist er ein wahre Plage. Was alles führt er nicht ins Feld, um den Gang an den Schreibtisch herauszuzögern. Wollte ich nicht noch …? War da nicht … ? Könnte ich nicht …? Nur einen Moment noch …!

Wer einmal damit anfängt, aufzuschieben, hat es schwer, wieder die Kurve zu kriegen. Allzu schnell ist die fürs Schreiben veranschlagte Zeit vorbei und es rufen andere Tätigkeiten. Termine, Dienstbeginn, Familienhunger und, und, und. Am Ende ist es wieder ein Tag, der ohne Schreiben vergangen ist.

Schreibentreiben ist das beste Beispiel. Seit einigen Wochen dümpelt ein einziger Beitrag hier herum. Und so richtig um Social Media habe ich mich auch noch nicht gekümmert. Dabei habe ich mir vorgenommen, den Blog ganz schnell voranzutreiben und hoffentlich viele begeisterte Leser zu erreichen.

Natürlich gibt es immer viele gute Gründe, warum ich dies oder jenes nicht schaffe. Klar, auch mich hat die Erkältungswelle vor ein paar Wochen erwischt, dadurch sind wichtige Sachen liegengeblieben. Ich habe viele Zusatzdienste in der Redaktion übernommen und dadurch war meine Zeit begrenzt. Noch nicht abgeschlossene Arbeiten brauchten  meine Aufmerksamkeit.

Alles richtig: Aber war da nicht auch Zeit , die ich sinnlos am Handy gedaddelt habe? Die Fernsehabende, die am Ende nur das schale Gefühl hinterlassen haben, Stunden sinnlos auf die Mattscheibe gestarrt zu haben und mich am Ende nicht einmal mehr erinnern zu können, was ich da eigentlich geguckt habe? Und genau in diesen Momenten taucht dieser verdammte Schweinehund aus seiner Versenkung auf, grinst mich feixend an und feiert Orgien.

Auf der anderen Seite ist es natürlich wichtig, auch mal nichts zu tun, einfach die Seele baumeln zu lassen. Irgendwo müssen die Ideen schließlich herkommen. Es braucht Ruhe, Besinnung und auch neue Eindrücke von außen. Aber die bekomme ich natürlich weder beim Fernsehen noch beim Daddeln. Wie gut, dass jetzt endlich der Frühling da ist und der Garten reichlich Gelegenheit gibt, den Kopf richtig frei zu bekommen und dabeiauch  noch richtig produktiv zu werden. Und fitter macht die Bewegung an der frischen Luft auch noch.

Trotz der sinnvolleren sommerlichen Freizeitgestaltung muss ich aber trotzdem wieder ans Schreiben zu kommen. Schönes Wetter ist ja nicht gerade die beste Motivation für Schreibtischarbeit. Damit das trotzdem nachhaltig klappt,  habe ich beschlossen, meinem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen. Letzte Nacht nämlich hat er wieder mal eine seiner berühmten Orgien gefeiert. Dabei brüllte er mir all meine offenen Projekte mit einer Lautstärke ins Ohr, die mir den Schlaf geraubt hat.

Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Ich bin aufgestanden und habe meine wundervolle aber bisher komplett nutzlose Pinwand in eine Motivations- und To-do-Tafel verwandelt. In einer Wochenleiste pinne ich alle Dinge an, die in der Woche beruflich zu erledigen sind. Soweit  ist es leicht, meine Arbeit habe ich bisher immer pünktlich erledigt und Termine eingehalten. Dazu hat auch der Kalender gereicht.

Der Clou: unter der Wochenleiste habe ich zwei Blöcke mit offenen Projekten. In einem Block pinne ich alle offenen Sachen an, also Dinge, die irgendwie schon laufen. Dazu gehören die beiden Bücher, die dieses Jahr veröffentlicht werden sollen, aber auch organisatorische Schritte, die endlich einmal in Angriff genommen werden wollen.

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Über das Schreiben, Workshops und Kurse

Worte aus der Stille

Kreatives Schreiben und Meditation – geht das zusammen? Das werde ich herausfinden am kommenden Wochenende im Haus am Turm in Essen, wenn ich meinen ersten Schreibkurs mit dem Meditationslehrer Manfred Rompf gemeinsam gebe. Thema ist „Worte aus der Stille“. Den Schreibfluss mit der Kontemplation zu verbinden ist in der Tat mal wieder ein Experiment. Aber ich bin guter Dinge, dass es funktionieren wird. Über die Ergebnisse berichte ich  natürlich.

Collage und Wortmusterkarten
Worte aus der Stille

Die Vorbereitungen für die Schreibaufgaben zu „Worte aus der Stille“ haben jedenfalls viel Spaß gemacht. Alle haben mit „Stille“ zu tun – und passen insofern zur Meditation. Ich bin gespannt, was den Teilnehmern so einfällt. Geplant ist auf jeden Fall auch wieder, gestalterische Elemente einzubringen, so dass noch eine kreative Ebene zum Schreiben dazukommt. Das geht von Wortmusterkarten zu Assoziationswörtern bis hin zu einer Collage, in der wir unterschiedliche Themen gestaltend miteinander verbinden wollen. Was natürlich nicht fehlen darf: Ein Haiku. Wenn die klirrende Kälte und der Schnee weiter anhalten, dürften das stille, kühle Gedichtminiaturen werden.