Über das Schreiben, Uncategorized

Schreibentreiben trainieren

Mindestens einmal im Jahr wechsle ich die Seiten und lasse mir selbst sagen, wie es besser geht, das Schreiben. Am liebsten fahre ich dazu in die Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Jetzt war es wieder einmal soweit: Für drei Tage habe ich an einer Schreibwerkstatt zum journalistischen Schreiben über das Reisen unter der Leitung von ba-Programmleiter Olaf Kutzmutz und Journalist Klaus Viedebantt teilgenommen.

Manchmal werde ich tatsächlich gefragt, warum ich noch zu Schreibfortbildungen gehe, ich könne doch schon gut schreiben und immerhin verdiene ich mein Geld ja mit Schreibkursen und Lektorat, ich sollte also fit sein. – Ich kann dem nur entgegenhalten: Man ist nie gut genug. Es gibt immer etwas, das noch verbessert werden kann. Das gilt ja nicht nur für das Schreiben. Dazulernen ist immer möglich und ich meine sogar: ausdrücklich erwünscht.

Aber warum eine Werkstatt für Reisejournalismus?

Was sich speziell anhört, ist genau das Richtige für mich: An einem konkreten Thema neue Aspekte des Schreibens kennenlernen und ausprobieren. Ich schreibe viel auf Reisen und lektoriere journalistische Texte. Naheliegend genug?

Arbeit am Stil ist unabhängig vom Schreibgenre und lässt sich mühelos übertragen. Die journalistische Herangehensweise über kleine Textformate und die Fokussiertheit auf eine konkrete Aussageabsicht schärft den Blick. Sprachstanzen, Phrasen und nichtssagende Adjektive braucht kein Text, während Anschaulichkeit und klare Struktur ihn verbessern. Nominalstil vermeiden. Starke Verben verwenden. Und dabei Orte und Stimmungen sprachlich treffend umsetzen. – Ganz ehrlich: All das könnte auch in der Vorankündigung für eine Romanwerkstatt stehen.

Neben dem fachlichen Input und dem Schreibtraining ist auf einer Fortbildung die Begegnung mit Kollegen aber fast ebenso wichtig. Wer meist alleine im stillen Kämmerlein arbeitet, schreibt und lektoriert, braucht auch mal Anregung von außen und das Gespräch mit Gleichgesinnten. Es ist einfach belebend für meine Arbeit, mich bei einer Tasse Kaffee auf dem Flur mit den Kollegen über Erfahrungen mit dem Branchenverband, Fachforen und Agenturen auszutauschen oder Tipps zu bekommen zu Urheberrecht, Honorargestaltung oder die Kontaktaufnahme mit Redaktionen und Verlagen.

Nach drei Tagen Wolfenbüttel fahre ich müde aber beflügelt nach Hause. Werde ich jetzt Reisejournalistin? Wahrscheinlich nicht. Aber ganz abgesehen davon, dass es einfach  richtig Spaß gemacht hat, habe ich meine eigene sprachliche Ausdrucksfähigkeit mal wieder auf den Prüfstand gestellt. Der journalistische Anspruch an die Texte hat mir gut getan. Ohne Selbstüberschätzung möchte ich sagen, dass am Ende  durchaus zufriedenstellende Reiseminiaturen herausgekommen sind, von denen die eine oder andere hier nachzulesen sein wird.

 

 

 

 

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Auszeiten nutzen

Als Freiberufler muss man  lernen, Pausenzeiten ernst zu nehmen. Viele von uns – bestimmt nicht nur im kreativen Umfeld – sind mit großer Begeisterung und voller Herzblut bei der Arbeit. Da kommen Pausen schon mal zu kurz. Schnell noch das Kapitel zu Ende schreiben, den Artikel eben noch lektorieren. Ach was, das Brot kann man doch auch nebenbei essen. Und Kaffee oder Tee geht sowieso immer.

Klar, manchmal sind Deadlines einzuhalten oder der Auftraggeber hätte gerne Montag früh die Korrektur des Zwanzigseiters, den er Freitagmittag abgegeben hat. Natürlich, meine Arbeit macht mir Spaß, da mache ich das doch gerne. Oder? Wie lange geht sowas gut?

Irgendwann merkt man, dass es nicht mehr geht. Der Kopf verstopft, der Körper rebelliert und langsam, ganz langsam macht die Arbeit vielleicht doch gar nicht mehr so viel Spaß.

Da heißt es gegenzuarbeiten. In meinem Artikel über den Schweinehund habe ich ja schon über die dringend notwendige Arbeitsorganisation geschrieben, um effektiv zu bleiben und sich nicht zu zerfasern bei der Arbeit, damit ich auch das schaffe, was getan werden will oder muss.

Aber zu einem gesunden Arbeiten gehört noch mehr: Sich Auszeiten gönnen. Die kann und sollte man mit einplanen in den Alltag. Jeder kennt doch die Dinge, die einen sofort wieder auf Null setzen. Bei mir ist es Wasser, egal ob Fluss, See oder Meer, am besten in seiner möglichst natürlichen Umgebung. Direkt vor meiner Tür liegen die niedersächsischen Elbtalauen. Ein Spaziergang durch die Wiesen am Elbufer dort ist ein Mini-Urlaub und Balsam für Geist und Seele.

Doch man muss auch lernen, Gelegenheiten zu ergreifen. Ein absoluter Glücksfall ist für mich ein Zweitagestrip nach Sylt nächste Woche.  Der ist mir quasi in den Schoß gefallen, da meine Tochter dort ein Vorstellungsgespräch hat. Sie hätte auch allein mit dem Zug fahren können, aber eine solche Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen: Ein Spaziergang am Strand, die auflaufenden Wellen beobachten, Ebbe und Flut spüren und die frische Seeluft einatmen, das ist auch für einige Stunden Urlaub.

Und wenn ich das dann noch mit mir lieben Menschen gemeinsam genießen darf, dann ist das Glück pur. Das entschädigt nicht nur für durchgearbeitete Wochenenden und Abende, sondern ist echte Erholung. Und das Beste: ich bin sicher, dass ich ganz ohne mich anstrengen zu müssen neue Ideen bekomme und mit Sicherheit erfüllt und mit neuem Elan wieder nach Hause reisen werde. – Na ja, bis auf die Wehmut, die ich immer verspüre, wenn ich das Wasser wieder verlassen muss.

 

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Facebook, Instagram & Co.

Privat bin ich schon seit einiger Zeit auf den sozialen Netzwerken unterwegs. Es ist einfach fantastisch, sich der weit verstreuten Familie damit ein bisschen näher zu fühlen, unkompliziert Bilder teilen zu können und ohne stundenlange Telefonate mal eben ein paar Worte auszutauschen. Auch mit Freunden mal schnell ein Treffen absprechen oder eine kurze Statusmeldung abgeben, wenn man doch nicht pünktlich losgekommen ist – alles wunderbar!

Einen Blog zu konzipieren und auf Facebook und Instagram zu verbreiten ist dagegen schon eine andere Sache. Wie lege ich die richtige Facebookseite an, die nicht meine private ist? Wie verbinde ich alles miteinander? Erscheint auch nichts öffentlich, was da nicht stehen soll?

So habe ich vorhin z.B. festgestellt, dass eine Seite im Menü hier im Blog überhaupt noch nicht gefüllt war und nur einen voreingestellten Text gezeigt hat. Na ja, passiert, habe ich gedacht und schnell ein bisschen Text reingetippt – jetzt ist es wenigstens schon mal persönlich.

Natürlich dauert es, bis alles klappt. Aber vieles verstehe ich einfach nicht auf den ersten Blick. Was wollen die von mir und was meinen sie mit diesem oder jenem Begriff? Da hilft nur Geduld, die mir leider manchmal abhanden kommt. Zwischendurch frage ich mich dann schon, ob ich nicht doch besser beim guten alten Tagebuch hätte bleiben sollen.

Aber nein! Es macht ja auch Spaß und ich bin sicher: über die Anfangsprobleme werde ich bald lachen. Bestimmt dauert es nicht mehr lange und Ihr kommt von hier auch auf meine Facebookseite und zu Instagram. Gut Ding braucht eben Weile.

Über das Schreiben

Der berühmte Schweinehund…

… und wie man ihn bändigt

Wer kennt ihn nicht, diesen Motivationskiller, Tatenverhinderer, Aufschieber? Genau: den inneren Schweinehund. Beim Schreibentreiben ist er ein wahre Plage. Was alles führt er nicht ins Feld, um den Gang an den Schreibtisch herauszuzögern. Wollte ich nicht noch …? War da nicht … ? Könnte ich nicht …? Nur einen Moment noch …!

Wer einmal damit anfängt, aufzuschieben, hat es schwer, wieder die Kurve zu kriegen. Allzu schnell ist die fürs Schreiben veranschlagte Zeit vorbei und es rufen andere Tätigkeiten. Termine, Dienstbeginn, Familienhunger und, und, und. Am Ende ist es wieder ein Tag, der ohne Schreiben vergangen ist.

Schreibentreiben ist das beste Beispiel. Seit einigen Wochen dümpelt ein einziger Beitrag hier herum. Und so richtig um Social Media habe ich mich auch noch nicht gekümmert. Dabei habe ich mir vorgenommen, den Blog ganz schnell voranzutreiben und hoffentlich viele begeisterte Leser zu erreichen.

Natürlich gibt es immer viele gute Gründe, warum ich dies oder jenes nicht schaffe. Klar, auch mich hat die Erkältungswelle vor ein paar Wochen erwischt, dadurch sind wichtige Sachen liegengeblieben. Ich habe viele Zusatzdienste in der Redaktion übernommen und dadurch war meine Zeit begrenzt. Noch nicht abgeschlossene Arbeiten brauchten  meine Aufmerksamkeit.

Alles richtig: Aber war da nicht auch Zeit , die ich sinnlos am Handy gedaddelt habe? Die Fernsehabende, die am Ende nur das schale Gefühl hinterlassen haben, Stunden sinnlos auf die Mattscheibe gestarrt zu haben und mich am Ende nicht einmal mehr erinnern zu können, was ich da eigentlich geguckt habe? Und genau in diesen Momenten taucht dieser verdammte Schweinehund aus seiner Versenkung auf, grinst mich feixend an und feiert Orgien.

Auf der anderen Seite ist es natürlich wichtig, auch mal nichts zu tun, einfach die Seele baumeln zu lassen. Irgendwo müssen die Ideen schließlich herkommen. Es braucht Ruhe, Besinnung und auch neue Eindrücke von außen. Aber die bekomme ich natürlich weder beim Fernsehen noch beim Daddeln. Wie gut, dass jetzt endlich der Frühling da ist und der Garten reichlich Gelegenheit gibt, den Kopf richtig frei zu bekommen und dabeiauch  noch richtig produktiv zu werden. Und fitter macht die Bewegung an der frischen Luft auch noch.

Trotz der sinnvolleren sommerlichen Freizeitgestaltung muss ich aber trotzdem wieder ans Schreiben zu kommen. Schönes Wetter ist ja nicht gerade die beste Motivation für Schreibtischarbeit. Damit das trotzdem nachhaltig klappt,  habe ich beschlossen, meinem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen. Letzte Nacht nämlich hat er wieder mal eine seiner berühmten Orgien gefeiert. Dabei brüllte er mir all meine offenen Projekte mit einer Lautstärke ins Ohr, die mir den Schlaf geraubt hat.

Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Ich bin aufgestanden und habe meine wundervolle aber bisher komplett nutzlose Pinwand in eine Motivations- und To-do-Tafel verwandelt. In einer Wochenleiste pinne ich alle Dinge an, die in der Woche beruflich zu erledigen sind. Soweit  ist es leicht, meine Arbeit habe ich bisher immer pünktlich erledigt und Termine eingehalten. Dazu hat auch der Kalender gereicht.

Der Clou: unter der Wochenleiste habe ich zwei Blöcke mit offenen Projekten. In einem Block pinne ich alle offenen Sachen an, also Dinge, die irgendwie schon laufen. Dazu gehören die beiden Bücher, die dieses Jahr veröffentlicht werden sollen, aber auch organisatorische Schritte, die endlich einmal in Angriff genommen werden wollen.

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Über das Schreiben, Workshops und Kurse

Worte aus der Stille

Kreatives Schreiben und Meditation – geht das zusammen? Das werde ich herausfinden am kommenden Wochenende im Haus am Turm in Essen, wenn ich meinen ersten Schreibkurs mit dem Meditationslehrer Manfred Rompf gemeinsam gebe. Thema ist „Worte aus der Stille“. Den Schreibfluss mit der Kontemplation zu verbinden ist in der Tat mal wieder ein Experiment. Aber ich bin guter Dinge, dass es funktionieren wird. Über die Ergebnisse berichte ich  natürlich.

Collage und Wortmusterkarten
Worte aus der Stille

Die Vorbereitungen für die Schreibaufgaben zu „Worte aus der Stille“ haben jedenfalls viel Spaß gemacht. Alle haben mit „Stille“ zu tun – und passen insofern zur Meditation. Ich bin gespannt, was den Teilnehmern so einfällt. Geplant ist auf jeden Fall auch wieder, gestalterische Elemente einzubringen, so dass noch eine kreative Ebene zum Schreiben dazukommt. Das geht von Wortmusterkarten zu Assoziationswörtern bis hin zu einer Collage, in der wir unterschiedliche Themen gestaltend miteinander verbinden wollen. Was natürlich nicht fehlen darf: Ein Haiku. Wenn die klirrende Kälte und der Schnee weiter anhalten, dürften das stille, kühle Gedichtminiaturen werden.