Über das Schreiben

Der berühmte Schweinehund…

… und wie man ihn bändigt

Wer kennt ihn nicht, diesen Motivationskiller, Tatenverhinderer, Aufschieber? Genau: den inneren Schweinehund. Beim Schreibentreiben ist er ein wahre Plage. Was alles führt er nicht ins Feld, um den Gang an den Schreibtisch herauszuzögern. Wollte ich nicht noch …? War da nicht … ? Könnte ich nicht …? Nur einen Moment noch …!

Wer einmal damit anfängt, aufzuschieben, hat es schwer, wieder die Kurve zu kriegen. Allzu schnell ist die fürs Schreiben veranschlagte Zeit vorbei und es rufen andere Tätigkeiten. Termine, Dienstbeginn, Familienhunger und, und, und. Am Ende ist es wieder ein Tag, der ohne Schreiben vergangen ist.

Schreibentreiben ist das beste Beispiel. Seit einigen Wochen dümpelt ein einziger Beitrag hier herum. Und so richtig um Social Media habe ich mich auch noch nicht gekümmert. Dabei habe ich mir vorgenommen, den Blog ganz schnell voranzutreiben und hoffentlich viele begeisterte Leser zu erreichen.

Natürlich gibt es immer viele gute Gründe, warum ich dies oder jenes nicht schaffe. Klar, auch mich hat die Erkältungswelle vor ein paar Wochen erwischt, dadurch sind wichtige Sachen liegengeblieben. Ich habe viele Zusatzdienste in der Redaktion übernommen und dadurch war meine Zeit begrenzt. Noch nicht abgeschlossene Arbeiten brauchten  meine Aufmerksamkeit.

Alles richtig: Aber war da nicht auch Zeit , die ich sinnlos am Handy gedaddelt habe? Die Fernsehabende, die am Ende nur das schale Gefühl hinterlassen haben, Stunden sinnlos auf die Mattscheibe gestarrt zu haben und mich am Ende nicht einmal mehr erinnern zu können, was ich da eigentlich geguckt habe? Und genau in diesen Momenten taucht dieser verdammte Schweinehund aus seiner Versenkung auf, grinst mich feixend an und feiert Orgien.

Auf der anderen Seite ist es natürlich wichtig, auch mal nichts zu tun, einfach die Seele baumeln zu lassen. Irgendwo müssen die Ideen schließlich herkommen. Es braucht Ruhe, Besinnung und auch neue Eindrücke von außen. Aber die bekomme ich natürlich weder beim Fernsehen noch beim Daddeln. Wie gut, dass jetzt endlich der Frühling da ist und der Garten reichlich Gelegenheit gibt, den Kopf richtig frei zu bekommen und dabeiauch  noch richtig produktiv zu werden. Und fitter macht die Bewegung an der frischen Luft auch noch.

Trotz der sinnvolleren sommerlichen Freizeitgestaltung muss ich aber trotzdem wieder ans Schreiben zu kommen. Schönes Wetter ist ja nicht gerade die beste Motivation für Schreibtischarbeit. Damit das trotzdem nachhaltig klappt,  habe ich beschlossen, meinem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen. Letzte Nacht nämlich hat er wieder mal eine seiner berühmten Orgien gefeiert. Dabei brüllte er mir all meine offenen Projekte mit einer Lautstärke ins Ohr, die mir den Schlaf geraubt hat.

Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Ich bin aufgestanden und habe meine wundervolle aber bisher komplett nutzlose Pinwand in eine Motivations- und To-do-Tafel verwandelt. In einer Wochenleiste pinne ich alle Dinge an, die in der Woche beruflich zu erledigen sind. Soweit  ist es leicht, meine Arbeit habe ich bisher immer pünktlich erledigt und Termine eingehalten. Dazu hat auch der Kalender gereicht.

Der Clou: unter der Wochenleiste habe ich zwei Blöcke mit offenen Projekten. In einem Block pinne ich alle offenen Sachen an, also Dinge, die irgendwie schon laufen. Dazu gehören die beiden Bücher, die dieses Jahr veröffentlicht werden sollen, aber auch organisatorische Schritte, die endlich einmal in Angriff genommen werden wollen.

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Über das Schreiben, Workshops und Kurse

Worte aus der Stille

Kreatives Schreiben und Meditation – geht das zusammen? Das werde ich herausfinden am kommenden Wochenende im Haus am Turm in Essen, wenn ich meinen ersten Schreibkurs mit dem Meditationslehrer Manfred Rompf gemeinsam gebe. Thema ist „Worte aus der Stille“. Den Schreibfluss mit der Kontemplation zu verbinden ist in der Tat mal wieder ein Experiment. Aber ich bin guter Dinge, dass es funktionieren wird. Über die Ergebnisse berichte ich  natürlich.

Collage und Wortmusterkarten
Worte aus der Stille

Die Vorbereitungen für die Schreibaufgaben zu „Worte aus der Stille“ haben jedenfalls viel Spaß gemacht. Alle haben mit „Stille“ zu tun – und passen insofern zur Meditation. Ich bin gespannt, was den Teilnehmern so einfällt. Geplant ist auf jeden Fall auch wieder, gestalterische Elemente einzubringen, so dass noch eine kreative Ebene zum Schreiben dazukommt. Das geht von Wortmusterkarten zu Assoziationswörtern bis hin zu einer Collage, in der wir unterschiedliche Themen gestaltend miteinander verbinden wollen. Was natürlich nicht fehlen darf: Ein Haiku. Wenn die klirrende Kälte und der Schnee weiter anhalten, dürften das stille, kühle Gedichtminiaturen werden.