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Auszeiten nutzen

Als Freiberufler muss man  lernen, Pausenzeiten ernst zu nehmen. Viele von uns – bestimmt nicht nur im kreativen Umfeld – sind mit großer Begeisterung und voller Herzblut bei der Arbeit. Da kommen Pausen schon mal zu kurz. Schnell noch das Kapitel zu Ende schreiben, den Artikel eben noch lektorieren. Ach was, das Brot kann man doch auch nebenbei essen. Und Kaffee oder Tee geht sowieso immer.

Klar, manchmal sind Deadlines einzuhalten oder der Auftraggeber hätte gerne Montag früh die Korrektur des Zwanzigseiters, den er Freitagmittag abgegeben hat. Natürlich, meine Arbeit macht mir Spaß, da mache ich das doch gerne. Oder? Wie lange geht sowas gut?

Irgendwann merkt man, dass es nicht mehr geht. Der Kopf verstopft, der Körper rebelliert und langsam, ganz langsam macht die Arbeit vielleicht doch gar nicht mehr so viel Spaß.

Da heißt es gegenzuarbeiten. In meinem Artikel über den Schweinehund habe ich ja schon über die dringend notwendige Arbeitsorganisation geschrieben, um effektiv zu bleiben und sich nicht zu zerfasern bei der Arbeit, damit ich auch das schaffe, was getan werden will oder muss.

Aber zu einem gesunden Arbeiten gehört noch mehr: Sich Auszeiten gönnen. Die kann und sollte man mit einplanen in den Alltag. Jeder kennt doch die Dinge, die einen sofort wieder auf Null setzen. Bei mir ist es Wasser, egal ob Fluss, See oder Meer, am besten in seiner möglichst natürlichen Umgebung. Direkt vor meiner Tür liegen die niedersächsischen Elbtalauen. Ein Spaziergang durch die Wiesen am Elbufer dort ist ein Mini-Urlaub und Balsam für Geist und Seele.

Doch man muss auch lernen, Gelegenheiten zu ergreifen. Ein absoluter Glücksfall ist für mich ein Zweitagestrip nach Sylt nächste Woche.  Der ist mir quasi in den Schoß gefallen, da meine Tochter dort ein Vorstellungsgespräch hat. Sie hätte auch allein mit dem Zug fahren können, aber eine solche Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen: Ein Spaziergang am Strand, die auflaufenden Wellen beobachten, Ebbe und Flut spüren und die frische Seeluft einatmen, das ist auch für einige Stunden Urlaub.

Und wenn ich das dann noch mit mir lieben Menschen gemeinsam genießen darf, dann ist das Glück pur. Das entschädigt nicht nur für durchgearbeitete Wochenenden und Abende, sondern ist echte Erholung. Und das Beste: ich bin sicher, dass ich ganz ohne mich anstrengen zu müssen neue Ideen bekomme und mit Sicherheit erfüllt und mit neuem Elan wieder nach Hause reisen werde. – Na ja, bis auf die Wehmut, die ich immer verspüre, wenn ich das Wasser wieder verlassen muss.